D: Poesie und Prosa ohne Musik

Die Kommune liegt am Boden (Delescluze) (1871)

Die Commune liegt am Boden, stirbt in einem Meer von Blut Nur die letzte Barrikade zeugt von ihrem Heldenmut . Von Verteidigern verlassen, gibt auch sie dem Feinde Bahn Und der “Ordnung” blut’ge Massen stürmen gegen sie heran Was erbebt ihr, Ordnungshelden ?  Was hemmt plötzlich euren Lauf ? Standen dem enterbten Volke  neue Bataillone ... Weiterlesen ... ...


Die Mauer der Erschossenen (1926)

Pariser Kommune 1871 Die Mauer der Erschossenen steht, steht schweigend, Stein über Stein geschichtet, jeder ein Gesicht. Ein jeder: steingewordenes Blut, dem Blut des Volks ein Zeichen. Die Mauer der Erschossenen spricht: “Ich bin das Blutmal der Kommune. Wenn das Grab Noch eine Stimme hat, so diese: Bruder, hört: Ich lebe weiter, Stein — und ... Weiterlesen ... ...


Die Revolution (1888)

Wie je ein Volk die tiefe Schmach empfand Die tiefe Schmach der feigen Sklaverei, Wo es sein Joch zerriß mit wildem Schrei, Das ein Despot auf seinen Nacken band Wo freier Geist aus dem Gewölke bricht Der freie Geist, der alle Herren haßt, Der Alt und Jung mit gleichem Drang erfaßt Und weiterschwillt zu Freiheit ... Weiterlesen ... ...


Es war am Kirchhof Pere Lachaise (1876)

Es war am Kirchhof Pere Lachaise Viertletzter Tag im Monat Mai Da fiel der letzte Kämpfertrupp Zermalmt von Feuer, Stahl and Blei Der letzte stolze Kämpfertrupp Der jenen Horden widerstand Die MacMahon, der Ordnungsheld Bluthunden gleich aufs Volk gesandt Und als verknallt, verhallt nun war Der Flinten Lärm, der Wut Geschrei Und als der Gräberhof ... Weiterlesen ... ...


Gross (1872)

«Seid umschlungen, Milliarden!» Hör ich mit Begeisterung Singen unsre Einheits-Barden: Welche Federn! welcher Schwung! Sah man jemals solche Beute? Wir verstehen unser Fach, Ja, ihr Professorenleute, Wir sind groß, brüllt Auerbach. Gottesfurcht und fromme Sitte, Blut und Eisen wirkten gut, Und vor unserm Reich der Mitte Zieht Europa stolz den Hut. Geibel wird ein Epos ... Weiterlesen ... ...


Hymne an Paris (1896)

Heil dir, Paris! Du herrliche, herrschende, ragende Stadt Du Licht der Welt Das alles rings erhellt Du Herz der Welt Das heiß für alle geschlagen hat — Heil dir! Du hast deine flammenden Strahlen gesandt Die Freiheit zu künden Die Welt zu entzünden Zu loderndem Brand Von dir aus gingen Die großen Gedanken, Die alles ... Weiterlesen ... ...


Im Maimond einundsiebzig (1875)

PERE LACHAISE Zur Erinnerung an die Pariser Maitage 1871 Im Maimond einundsiebzig war es der letzte Tag Der Kirchhof Pere Lachaise von blut’ger Leichen lag In langen, langen Reihen, hoch aufgeschichtet ließ Verscharren man die Söhne des Volkes von Paris Die Helden der Kommune, sie hatten ausgekämpft Des heißen Blutes Wallen fur immer war gedämpft ... Weiterlesen ... ...


La Sainte Trinité (Heilige Dreifaltigkeit) (1882)

Text: Eugène Pottier, 1882 in: Chants révolutionnaires (1887) A HOVELACQUE, Conseiller municipal Primo Religion : – La vieille grimacière Qui vous la fait, jobards, au dogme, au sacrement, Qui tient l’homme à genoux en l’appelant : Poussière Et vous vend du miracle en sachant qu’elle ment. Propriété : – Mais moi, mobilière ou foncière Je ... Weiterlesen ... ...


Maiengruss (Zwei Sonette) (1873)

MAIENGRUSS Zwei Sonette Der Mai ist da!  Es sind dieselben Laute Dieselben Düfte, die mich oft berauscht Wenn ich in mondumflossner Nacht gelauscht Was Rose sich und Nachtigall vertraute. Dasselbe All ist’s, das ich damals schaute Allein das Lied, das durch die Wipfel rauscht Ist nicht wie sonst; in Racheschrei vertauscht Und dumpfes Weh sind ... Weiterlesen ... ...


Ruf des toten Kommunarden (1941)

Wie jedes Jahr am heiligen Tag des März Stieg ich aus unserem alten Grab auch heute Und keine Fahne weht? Und allerwärts Ein Schweigen nur. Und drohendes Geläute. Bist du denn tot, Paris? Wo schlägt dein Herz? Auf leeren Plätzen wühlt der Frühlingswind. Entfacht er nirgends einer Fahne Feuer? Ich fragte einen, wo die Menschen ... Weiterlesen ... ...