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Frankel

Leó Frankel

Rat der Kommune | 1844

Geboren am 24. Februar 1844 in Altofen-Neustift, Óbuda, Kaisertum Österreich, gestorben am 29. März 1896 in Paris, war Leó Frankel sozialdemokratischer Journalist, Mitglied der Pariser Kommune und korrespondierender Sekretär für Österreich-Ungarn der Internationalen Arbeiterassoziation. In Lyon gründete er 1867 eine Sektion der Ersten Internationale. Danach ging er nach Paris. In Frankreich wurde er wegen seiner politischen Aktivitäten („Teilnahme an einer geheimen Gesellschaft“) verhaftet und am 9. Juli 1870 zu zwei Monaten Gefängnis und 25 Franc Geldstrafe verurteilt.

Während der Pariser Kommune im Jahr 1871 war er für Arbeit, Industrie und Handel sowie Finanzen zuständig, faktisch der erste „Arbeitsminister“ des ersten Arbeiterstaates. Unter anderem ließ er in allen Bezirken der Stadt Arbeitsämter einrichten. Frankel wurde bei der Verteidigung der Stadt am 25. Mai 1871 verwundet, konnte aber in die Schweiz entkommen. 1871 ging er nach London und beteiligte sich führend an der Arbeit der Ersten Internationale. Am 22. August 1871 wurde er in den Generalrat der Internationale gewählt.

Frankel arbeitete eng mit Karl Marx und Friedrich Engels zusammen. Am 26. September 1871 wurde Frankel zum korrespondierender Sekretär des Generalrats der I. Internationale für Österreich und Ungarn gewählt. Für seine Tätigkeit während der Zeit der Kommune wurde Frankel in Frankreich am 19. September 1872 in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Er starb an einer Lungenentzündung im Spital Laribrisière zu Paris und wurde auf dem Friedhof Père Lachaise beigesetzt. Fünftausend Arbeiter begleiteten Frankel auf seinem letzten Weg.