Wir sind die Kommune

Wir sind die Kommune. An jeder Wand
Von unserer Hand es geschrieben stand.
Die Polizei hat es abgerieben
Und morgens stand wieder es hingeschrieben:
Wir sind die Kommune!

Wir sind die Kommune. Wer lügt, daß sie starb?
Von Dorf zu Dorf ging die Kommune und warb.
Die Kommune wohnte in jedem Haus.
Ihr löscht uns im Herzen des Volkes nicht aus:
Uns, die Kommune.

Wir sind die Kommune. Es geht eine Tür.
Der Kaiserhof ist ein vornehm Quartier.
Es geht eine Tür. Ein Fenster klirrt.
Und mancher fragt sich, was morgen wird…
Draußen steht die Kommune.

Wir sind die Kommune. Wir sind euer Schrecken.
Wir spielen mit euch nicht lange Verstecken.
Wir kennen euch gut. Ihr kommt nicht davon.
Wir zahlen pünktlich den vollen Lohn,
Denn wir sind die Kommune.

Wir sind die Kommune. Dem Herren im Pelz,
Der Dame in Seide, dem Schieber gefällt’s,
Wenn die Regierung verordnet: Die Kommune verboten.
Es ziehen mit in unseren Reihen die Toten
Der Kommune.

Wir sind die Kommune. Und schlägt man uns nieder,
Morgen schon stehen wir aufrecht wieder.
Man kann uns schießen, peitschen and stechen —
Die Kraft der Kommune ist nicht zu brechen:
Hoch die Kommune!

Wir sind die Kommune. In aller Welt
Haben wir Posten ausgestellt.
Wir sind die Kommune. Es siegte schon
Die große Kommune, die Sowjetunion,
Unser aller Kommune.

Wir sind die Kommune. Es bläst zum Krieg.
Rotes Bombengeschwader, flieg!
Im Rücken des Feinds stehn wir bei Gewehr.
Die Rote Armee ist das stärkere Heer,
Das Heer der Kommune.

Wir sind die Kommune. Uns führt Lenin.
Arbeiter Deutschlands, hört auf ihn!
Er spricht im Betriebe. Erkennt eure Kraft.
Ihr roten Garden der Arbeiterschaft!
Vorwärts Kommune!

Johannes R. Becher. 1932

D: Poesie und Prosa ohne Musik | Lieder | 1932