Den Kommunarden

Noch rast und tobt der Straßenkampf,
Noch klirren wild die Klingen;
Paris, gehüllt in Pulverdampf,
Bäumt sich im letzten Ringen.

Gewehr und Rock vom Blute rot
Ziehn die Regierungsrotten;
Man schlägt die Kommunarden tot
Wie einst die Hugenotten.

Jetzt schweigt und ruht der Widerstand,
Die Fahne fällt, die rote;
Paris ist in des Gegners Hand,
Der schreibt mit Blut Gebote.

Weh den Besiegten! Wieder ist
Zur Tat das Wort geworden:
Auch hier nach bösem Bruderzwist
Beginnt ein feiges Morden.

Kein Alter gilt und kein Geschlecht,
Kein Mitleid gibt’s, kein Schonen
„Ihr fochtet für der Massen Recht,
Drum ist mit Blei zu lohnen.“

Es weint Paris, doch selbst im Joch
Läßt es den Ruf ergehen:
Ich seh die rote Fahne noch
Aufs neue siegreich wehen.

Martin Drescher, 1901 ?

Deutsche Lieder zur "Commune" B | Lieder | 1901