Es kann doch nicht immer (Kommune-Lied)

Es kann doch nicht immer so bleiben,
Daß der Arme gedrückt wird als Knecht
Und daß ihm die mächtigen Reichen
Verweigern sein menschliches Recht

Der schweren Bedrückungen müde
Und müde der drückenden Last
Hat die Männer des Arbeiterstandes
Ein Drang nach Befreiung erfaßt!

Seht ihr die Pariser Kommune
Die mitten in Elend und Not
Ihr mächtiges Banner entfaltet
Ihr Banner, das heilige Rot.

Und wenn den Verrätern und Schuften
Auch diesmal der Sieg noch gelang
Und wenn auch das Bollwerk der Freiheit
Ein Blutmeer nochmals verschlang,

Und wenn sie auch alle ermordet
Die kühn fur die Freiheit gekämpft,
Hat man doch die Sehnsucht nach Freiheit
Im Herzen des Volks nicht gedämpft!

In Kerkern und auf den Galeeren
tönt wie bei der Arbeit es fort —
Als Losung des Volkes noch immer:
Kommune! — das heilige Wort.

Die Losung wird dauernd erschallen
Aufs neue im Kampf für das Recht
Dann werden die Ketten zerspringen
Dann werden die Toten gerächt!

Die Morgenrote der Freiheit,
Die Fahne, die rote, wird wehn;
Hoch lebe die Zukunfts-Kommune!
Bald möge sie mächtig erstehn!

Grover Bayer, 1896

B1: Deutsche Lieder zur "Commune" | Lieder | 1896