Droits et devoirs (Recht und Pflicht)

Text: Eugène Pottier, 1884
in: Chants révolutionnaires (1887)

Übersetzt von Erich Weinert: „Der Starke hat das Recht, der Schwache hat die Pflicht! / So hat man das Gesetz seit je in Stein gegraben. / So schrieb die Macht es vor, als wollt es Gott so haben. / Und gab sie uns das Licht, so war’s das Kirchenlicht…. “

Au citoyen OTTIN père, statuaire.

«Les forts auront les droits, les faibles les devoirs !»
On grava sur le roc cette loi sociale
Et l’autorité fut l’Idole colossale
Écrasant sous son char ses croyants blancs et noirs.

Le pontife endormeur fuma ses encensoirs
Et la foule peina, misérable et vassale.
Alors, l’Égalité pris sa torche et, fatale,
Incendia la caste et brûla les manoirs.

– … Avenir ! Oh ! quelle est cette mère ravie
Qui sourit à l’enfant qui tette et boit sa vie ?
C’est toi, société future en qui je crois !

Le sang a submergé ta devise première
Et tu viens de tracer en lettres de lumière :
«Les forts ont les devoirs et les faibles les droits !»

Paris, 1884.

Automatische Übersetzung

„Die Starken werden die Rechte haben, die Schwachen die Pflichten!“
Wir haben dieses Sozialgesetz auf den Felsen geschnitzt
Und die Autorität war das kolossale Idol
Unter seinem Streitwagen zerquetschen seine weißen und schwarzen Gläubigen.

Der schlafende Papst rauchte sein Räuchergefäß
Und die Menge arbeitete, elend und Vasall.
Also nahm die Gleichheit ihre Fackel und, tödlich,
Die Kaste niedergebrannt und die Villen niedergebrannt.

– … um hochzukommen! Oh ! Was ist diese entzückte Mutter?
Wer lächelt das Kind an, das sein Leben saugt und trinkt?
Du bist es, die zukünftige Gesellschaft, an die ich glaube!

Das Blut hat dein erstes Motto untergetaucht
Und Sie haben gerade in Lichtbuchstaben nachgezeichnet:
„Die Starken haben Pflichten und die Schwachen haben Rechte!“

in: Chants révolutionnaires, par Eugène Pottier (1887)

Poesie und Prosa französisch | 1884