Le Drapeau rouge (Des Volkes Blut …)

Noten La Drapeau Rouge

Des Volkes Blut verströmt in Bächen
Und bittre Tränen rinnen drein
Doch kommt der Tag da wir uns rächen
Dann werden wir die Richter sein

Stimmet an den Gesang! Nun wohlan!
Die Fahne trägt des Volkes Grollen
Über Zwingburgen stolz himmelan
Morgen der Freihheit, brich an!
Rot ist das Tuch, das wir entrollen,
Klebt doch des Volkes Blut daran

Tod euch, den Henkern, den Despoten
Die alte Niedertracht zerfällt
Wir pflügen um den alten Boden
Und bauen eine neue Welt

Stimmet an den Gesang! Nun wohlan!
Die Fahne trägt des Volkes Grollen
Über Zwingburgen stolz himmelan
Morgen der Freihheit, brich an!
Rot ist das Tuch, das wir entrollen,
Klebt doch des Volkes Blut daran

Auf Brüder, scharet euch zum Heere
Die Brust von gleichem Geist durchweht
Wo ist die Macht, die einem Meere
Die unsrer Sturmflut widersteht

Stimmet an den Gesang! Nun wohlan!
Die Fahne trägt des Volkes Grollen
Über Zwingburgen stolz himmelan
Morgen der Freihheit, brich an!
Rot ist das Tuch, das wir entrollen,
Klebt doch des Volkes Blut daran

Text: Boleslaw Czerwienski (1881) , deutsche Nachdichtung vermutlich von Rosa Luxemburg (1905) !
Musik: nach dem Marsch der Schweizerischen Freiburger Schützen von Jaques Vogt.

Am 18. März 1877 erklang auf einer Kundgebung zum Gedenken der Pariser Commune in Bern das Lied “Le Drapeu Rouge“ von Paul Marie Brousse, der in die Schweiz emigriert war. Auf eine Melodie des Schweizer Organisten Jacques Vogt schrieb er seine revolutionären Verse. Die deutsche Übersetzung hat wenig mit dem Originaltext zu tun.

Der polnische Dichter Boleslaw Czerwienski  verfasste 1881 neue Strophen. Das polnische “Czerwony Sztandar” wurde zur Grundlage für die russische Nachdichtung und spielte als Lied in der Revolution von 1905 eine bedeutende Rolle. Im gleichen Jahr hat vermutlich Rosa Luxemburg den Text ins Deutsche übersetzt. Unter den deutschen Arbeitern ist das Lied erst nach 1918 bekannt geworden.

B1: Deutsche Lieder zur "Commune" | Lieder | | 1914