Abondance (Überfluss)

Text: Eugène Pottier, 1883
in: Chants révolutionnaires (1887)

Von Erich Weinert unter dem Titel „Überfluss“ in Deutsche übertragen: „Ein wahres Meer von Ähren wogt im Winde / Von Sattheit schwillt das dampfende Gefild / Heißduftend ruft’s, dass man es schneide, binde  / Und dresche, daß es reif die Speicher füllt …“

A Ferdinand GAMBON, membre de la Commune

Toute une mer d’épis ondule et les sillons
Portent à la famine un défi ; l’été brille,
De chauds aromes d’ambre emplissent les rayons ;
Les blés mûrs, pleins et lourds, attendent la faucille.

Les moineaux, les mulots festinent ; les grillons
Poussent un choeur strident comme un feu qui pétille.
La brute semble croire à ce que nous croyons,
On entend tout chanter l’Abondance en famille.

Du sein de la nourrice, il coule en ce beau jour
Une inondation d’existence et d’amour.
Tout est fécondité, tout pullule et foisonne !

Mais, rentrant au faubourg, mon pied heurte en chemin
Un enfant et sa mère en haillons ! – morts de faim !
Qu’en dites-vous, blés mûrs, et qui donc vous moissonne ?

Paris, juillet 1883.

Automatische Übersetzung:

An Ferdinand GAMBON, Mitglied der Gemeinde

Ein ganzes Meer von Ohren kräuselt und furcht
Hunger herausfordern; Sommer scheint,
Warme Bernsteinaromen füllen die Strahlen;
Der reife Weizen, voll und schwer, erwartet die Sichel.

Die Spatzen, die Feldmäuse schlemmen; Grillen
Ein strenger Refrain wächst wie ein funkelndes Feuer.
Der Tyrann scheint zu glauben, was wir glauben
Wir können alles hören, wie Abondance als Familie singt.

Aus der Brust der Krankenschwester fließt es an diesem schönen Tag
Eine Flut von Existenz und Liebe.
Alles ist fruchtbar, alles schwärmt und ist im Überfluss vorhanden!

Aber als ich in die Vorstadt zurückkehre, schlägt mein Fuß auf dem Weg
Ein Kind und seine Mutter in Lumpen! – verhungert!
Was sagst du, reifer Weizen, und wer erntet dich?

Paris, Juli 1883.

Von diesem Gedicht existiert eine Nachdichtung von Erich Weinert
Chants révolutionnaires, par Eugène Pottier (1887)

D: Poesie und Prosa ohne Musik | 1883